Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(XCIX
)

Im Herbst ist Apollinaire ein regelmäßiger Besucher der Bibliothèque Nationale, wo er die galante und libertinistische Dichtung studiert, er besucht ständig die Bouquinisten, kauft Bücher, trägt sie in der Tasche, unterm Arm, vergißt sie im Zug oder in der Straßenbahn. Gemeinsam mit den andern denkt er an eine neue, unabhängige Revue. Keiner von ihnen hat Geld, alle erwarten einen Mäzen, den sie entweder Ende 1904 oder Anfang

1905

zu finden hoffen.

Zu jener Zeit festigt sich auch Apollinaires Freundschaft mit Vlaminck. Der Maler wohnt noch immer in Chatou und ist eben im Begriff, die fauvinistische Schule Ecole de Chatou zu gründen, die nicht von langem Bestand war. Apollinaire besucht ihn regelmäßig jeden Sonntag, und nach einem gemeinsamen Frühstück bei Vlaminck wandern die beiden Freunde die Seine entlang.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966