Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(LXXV)

Im Januar 1903

ist Apollinaire noch an die Bank gebunden. Seine Kollegen nennen ihn »Kostro«. Er war ein lustiger Kumpan, wenn es besonders trübselig war, der Buchführung zehn Stunden täglich zu widmen. »Ich sehe Guillaume wieder vor mir, das Lineal in der Hand, die Finger mit roter Tinte bekleckst, über etwas gebeugt, was die Beamten ›chameau‹ nennen, eine Art Pult, an dem man stehend arbeitet.

In diese Zeit fallen auch endlose Abendspaziergänge von Buchhändler zu Buchhändler…« erinnert sich André Salmon.

Apollinaire mußte eine erstaunliche Widerstandskraft besitzen, um in einer so bedrängten Lage die schöpferische Arbeit nicht aufzugeben. Seine einzige Stütze waren seine neuen Freunde, die langsame Erholung von der Gefühlskatastrophe seiner gescheiterten Liebe und weitere literarische Erfolge.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966