Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(LXXIV)
Am 13. Dezember 1902
endet seine Mitarbeit am Européen mit dem Artikel »Le Musée germanique de Nuremberg«.
Die Bilanz seines Schaffens für das Jahr 1902 ist aktiv.
Der junge Geist der lateinischen und Mittelmeerkultur verband sich zur rechten Zeit mit der Welt der Gotik. Seine Reisen in Europa enthüllten ihm die Poesie des Nordens.
Und Jean Royer schreibt nicht zu Unrecht »dieser Überraschung seiner Jugend den beunruhigenden Zauber von Apollinaires Kunst zu. Von seiner Europareise bringt er tatsächlich von Jugendfrische durchwehte Gedichte aus dem Zyklus »Rhénanes« (Aus dem Rheinland) mit und den größten Teil der Erzählungen, die in Hérésiarque et Cie zusammengefaßt wurden, wie Hubert Fabureau richtig bemerkt. Fast der gleichen Ansicht ist auch André Billy:
Es konnte nicht anders geschehen, als daß das Rheinland die in ihm schlummernden Keime der Romantik des Nordens zur Entwicklung brachte, die, von seinen polnischen Ahnen ererbt, in den belgischen Ardennen schon zwei Jahre vorher erwachten. Ihre zahlreichen Spuren treten in seinen Versen und Prosawerken zu Tage, in den neun in Alcools unter dem Titel »Rhénanes« zusammengefaßten Gedichten, wo diese Inspiration am glücklichsten zum Ausdruck kommt. Das Rheinland hinterließ nicht nur tiefe Spuren in seiner Dichtung, es beeinflußte auch sein Gefühlsleben…
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Seine literarische Persönlichkeit hatte sich bereits voll herauskristallisiert…
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









