Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CXXXVIX)

Am 2. April 1908

wohnt er der Kremation bei. Unter andern sprechen auch Louis Barthou und Maurice Barrès. »Apollinaire, Tränen in den Augen, blickte den schweren Rauchwolken nach, die über den klaren Frühlingshimmel zogen. Er konnte nicht fassen, daß dies alles sein sollte, was von Moréas übrigblieb«, schreiben Aegerter und Labracherie in ihrem Buch. Apollinaire selbst schreibt über das traurige Ereignis:

Ich stellte mir das von lodernden Flammen umgebene Herz unseres Freundes vor. Dieses glühende Herz, es schlägt noch…

Er hat jedoch keine Zeit, sich seiner Trauer hinzugeben. Es muß um die neuen Tendenzen in der Kunst gekämpft werden, und Apollinaire bereitet einen Beitrag zu einem von der Phalange veranstalteten Vortragszyklus vor.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966