Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CXLV)

Noch im Mai beendet er sein Vorwort für den Katalog der III. Ausstellung des Cercle de l’art moderne (Zirkel der modernen Kunst), die

im Juni 1908

im Rathaus von Le Havre stattfindet.

Von seinem Freundeskreis sind auf dieser Ausstellung insbesondere Braque, Marquet, Matisse, Vlaminck und einige andere vertreten. Apollinaire, der Kunsttheoretiker, poetisiert noch immer, aber in dem einleitenden, »Les trois vertues plastiques« (Die drei plastischen Tugenden) betitelten Artikel dieses Katalogs dringt er schon tiefer und erschöpfender in die Probleme der modernen Malerei ein. Er nimmt diese Studie mit kleinen Änderungen im Jahre 1913 in seine Peintres cubistes (Kubistische Maler) auf und auch in den Flâneur de deux rives (Bummler an beiden Ufern). Durch dieses, sein erstes Vorwort zu einem Ausstellungskatalog wird Apollinaire zum offiziellen Sprecher der noch nicht konstituierten Gruppe der Kubisten, obwohl die Bezeichnung noch nicht angewandt wird.

Im gleichen Monat erscheint im XIV. Band von Vers et Prose ein Artikel über André Salmon »dessen Lyrismus« – nach Apollinaires Worten – »ewige Jugend besitzt«,

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966