Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CXLIV)

Michel Décaudin betrachtet das Gedicht „Onirocritique“ (Traumdeutung) als Dokument einer ästhetischen Renaissance und bestätigt damit die eigenen Worte des Autors, der es

am 11. Mai 1908

in einem Brief an Toussaint Luca als sein bestes bezeichnet und von seinen letzten Gedichten behauptet, sie kämen diesem nahe. »Ich suche einen neuen, menschlicheren Lyrismus«, proklamiert er seine Devise, die zu erfüllen ihm nicht ganz gelang. Er war stets ohne finanzielle Mittel, was aus einem weiterenSatz hervorgeht:

Wann werde ich je die nötigen 300 Franken finden, um mich der poetischen Literatur meines Herzens widmen zu können, ohne gezwungen zu sein, stupide Finanzzirkulare und noch stupidere Börsenberichte zu schreiben, mit denen ich meinen Lebensunterhalt verdiene…

Seine Beziehung zu der bildenden Kunst vertieft sich beständig.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966