Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CXLII)

Wie er seine Dichterfreunde nicht vergißt, stellt er seine Feder auch in den Dienst der Maler und referiert

am 1. Mai 1908

in der Revue des Lettres et des Arts (Revue der Literatur und Künste) über diese die Gemüter erregende Ausstellung. Als modernsten der Aussteller wertet er Braque. Unter dem Diktat seines Gefühls spricht er selbstverständlich etwas übertrieben über die Laurencin:

Ich finde keine Worte, um den rein französischen Zauber Fräulein Marie Laurencins zu definieren…

Etwas kritischer verhält er sich dem »Primitiven von Plaisance – Rousseau« gegenüber, der ihn aber trotzdem sehr liebt. Er klebt alle den Dichter betreffenden Zeitungsausschnitte in ein besonderes Heft, das die Aufschrift »Nouvelles de Monsieur Apollinaire« trägt und läßt sie den Besuchern seiner berühmten Abende, die stets von der Marseillaise eingeleitet werden, vorlesen…

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966