Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CXCIV)
8. August 1910.
Guillaume Apollinaire ist mit den letzten Korrekturen des Théâtre italien beschäftigt und erwartet die ersten Korrekturfahnen des Hérésiarque et Cie (Ketzer und Co.). Er teilt mit, daß sich der Cortège d’Orphée (Geleit des Orpheus) in Druck befindet, bereitet ein Gedicht »Eau de vie« (Branntwein) vor, beendet ein Buch über Cézanne und arbeitet an einem Aufsatz »Les tendances nouvelles dans l’art contemporain« (Die neuen Tendenzen in der modernen Kunst) mit. Zu seiner Erholung schreibt er einen sicherlich sensationellen Roman.
Diese Nachricht ist nur zum Teil richtig. Wahrscheinlich handelt es sich um Pläne des Dichters, die nie voll realisiert werden. Le Théâtre italien kommt tatsächlich im Jahre 1910 bei Michaud in der Editionsreihe Encyclopédie littéraire illustrée heraus, aber das Buch über Cézanne wird nie geschrieben, ebensowenig der Roman über das Ende der Welt. Der Autor verwertet die bereits geschriebenen Fragmente im Poète assassiné (Der ermordete Dichter), der einer viel späteren Zeit angehört.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









