Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLXXXIII)

Die Besichtigung von „Kilometern von Gemälden“ nimmt er überaus gewissenhaft vor, auch dort, wo er wenigstens in flüchtigem Urteil vieles und viele behandelt, die noch zu seinen Lebzeiten in Vergessenheit gerieten. Auf dieser Ausstellung, die

am 18. März 1910

eröffnet wird, und zwar unter so ungewöhnlicher Beteiligung, daß Apollinaire sie als „Fluten eines aus den Ufern getretenen Menschenstromes“ charakterisiert, hängt auch das bereits erwähnte Porträt des Dichters von Metzinger. Apollinaire erinnert sich mehr als ein Jahr später – im Oktober 1911 – in den Anecdotiques, daß das Bild zu einer Zeit ausgestellt wurde, als man die Kubisten zu Unrecht verlachte…

Am gleichen Tage erscheint der erste Teil eines eingehenden und mehr als journalistischen Referates im Intransigeant unter dem Titel »Achtung auf die Malerei!«… Der Autor konstatiert darin, daß unter den sechstausend ausgestellten Gemälden keine neuen Namen seien, erwähnt den im Rückzug begriffenen Impressionismus und stellt mit Genugtuung fest, daß die Jugend wieder zur Komposition zurückkehre. Selbstverständlich läßt er sich etwas mehr über seine Malerfreunde aus, speziell über die Koje Marie Laurencins, was begreiflich ist.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966