Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLXXV)
Apollinaire schreibt seine Eindrücke von der Überschwemmung für den Intransigeant. Es ist gewiß ein starkes und interessantes Erlebnis sowohl für den Dichter als auch für seinen Freund Vlaminck, den die Überschwemmung zu einem Bild inspirierte. Der Autor der Reportage hat im Intransigeant einen Fürsprecher in André Salmon, der bis dahin die Kunstrubrik leitete und Apollinaire als seinen Nachfolger designierte (er gibt im Januar 1910 die Mitarbeit an dieser Zeitschrift auf), wobei auch der edle Wunsch eine Rolle spielen mochte, die finanziellen Verhältnisse Apollinaires etwas zu verbessern, der seine Ausstellungsberichte auch im Paris-Journal veröffentlicht, das beispielsweise
am 20. Januar 1910
ein kurzes Referat von ihm über die Ausstellung Paul Cézannes in der Galerie Bernheim bringt. Er wertet den Meister von Aix als den größten, in der Komposition unübertroffenen Maler des 19. Jahrhunderts.
Apollinaire bleibt auch weiterhin ein eifriger Besucher von Bibliotheken, wo er seine Studien ergänzt und Texte für die Bibliothèque des Curieux vorbereitet, für die er im Laufe des Jahres dreizehn Texte mit Vorwort und Anmerkungen fertigstellt. Dies allerdings aus Existenzgründen und nicht aus literarischem Interesse, was durch einen an Van Bever adressierten Brief belegt wird, in dem er sagt, er müsse unbedingt Geld für seinen Lebensunterhalt verdienen, daher sein zeitweiliges Interesse für diese Art von Literatur.
»Sie hatten großes Glück, daß Sie gleich bei Ihrem Eintritt in die Literatur eine gesicherte Existenz in der Revue fanden«, sind seine eigenen Worte, die ohne Vorwurf harte Lebenswahrheit enthalten.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









