Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLIX)

Man nimmt an, daß sie von einem Mann geschrieben sind, aber vorläufig denkt noch niemand an Apollinaire, der unter seinem vollen Namen

im Februar 1909

in der 9. Nummer der Argonautes die Gedichte »Crépuscule« (Dämmerung) und »Saltimbanques« (Gaukler) veröffentlicht. „Dämmerung“ stammt aus der Zeit seines Aufenthaltes im Rheinland und entstand wahrscheinlich 1902 nach der Pragreise, denn der dritte Vers der dritten Strophe spricht von Zauberern, die aus Böhmen kamen. Michel Décaudin entdeckt darin in geistreicher Auslegung Zusammenhänge mit den Bildern Marie Laurencins, der es in der Buchausgabe gewidmet ist. Von der bildenden Kunst ist auch das zweite Gedicht »Saltimbanques« inspiriert, das inhaltlich von Picassos 1904 und 1905 gemalten Gauklerthemen ausgeht.

Im gleichen Monat veröffentlicht er in der Phalange einen Artikel über Eugene Montfort und lernt den italienischen Futurismus näher kennen.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966