Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCXLVI)

Am 1. Februar 1912

versammeln sich alle Beteiligten im Café Flora, Apollinaire kommt von Auteuil. Billy ist glänzend vorbereitet, er hat eine Probe der Typen mitgebracht und den Vorschlag des Titels, Dalize notiert mit juridischer Pedanterie an Ort und Stelle die wohldurchdachten Statuten der neuen Zeitschrift. Der erste Punkt nennt in alphabetischer Reihenfolge die Gründer. Seine Präzision trägt Dalize sofort die mühsamste Funktion ein – er wird von allen Signataren zum Administrator ernannt, Apollinaire zum Redakteur. Die Herausgeber verpflichten sich, monatlich zwanzig bis fünfundzwanzig Franken für die Druckkosten beizusteuern, und so kann die erste Nummer vorbereitet werden und einige Tage später herauskommen. Apollinaire publiziert darin das Gedicht »Per praensentit aruspex« (Den Auguren) und »Le Pont de Mirabeau« (Die Mirabeau-Brücke), ein von Sehnsucht nach der entschwindenden Liebe erfülltes Gedicht, das er offenbar kurz vor der Drucklegung geschrieben hat. Sein Prosabeitrag »Du sujet dans la peinture moderne« (Das Sujet in der modernen Malerei) verursacht eine gewisse Verlegenheit, besonders bei Dalize, der mit Apollinaires Ansichten über den Kubismus und die moderne Kunst keineswegs übereinstimmt, aber der Autor ist in seiner Theorie unbeugsam und ein jedem Kompromiß abgeneigter Verfechter der neuen Tendenzen.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966