Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCXLIX)

Hier soll es nach seiner Aussage

am 26. März 1912

zu einer kuriosen Begegnung zweier Bewunderer des Kubismus gekommen sein. Der eine war der Autor selbst, der andere der böhmische Maler Bohumil Kubišta. Apollinaire schildert die Begegnung folgendermaßen:

Die Kollektion Juan Gris könnte man ,integralen Kubismus‘ nennen, und der tschechische Maler, dem der Zufall, der die Verteilung der Namen lenkt, den Namen  K u b i s t a  zugeteilt hatte, spazierte gestern auf der Ausstellung der Unabhängigen umher, um die Werke seiner französischen nahezu Namensvettern, der Kubisten, aufzusuchen. Er blieb vor den Bildern Juan Gris’ stehen und stünde noch immer dort, wenn nicht ein verdrießliches »Es wird geschlossen« seine Meditationen unterbrochen hätte…

Es wäre eine interessante Begegnung gewesen, selbst wenn sie stumm und ohne Bekanntwerden verlaufen wäre, aber sie war überhaupt nicht möglich. Der Maler Kubišta war in jenem Jahre nicht in Frankreich. Vielleicht verführte nur der Gleichklang der Namen Apollinaire zu den zitierten Zeilen, die im tiefsten Grunde aber doch recht behalten und das meditative Interesse Kubištas für den Kubismus früher aufgefangen haben, als es in seinem Vaterlande erkannt wurde.

Der neue Arbeitselan äußert sich auch in Prosaarbeiten.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966