Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCXIII)

So erscheinen

am 7. Juli 1911

im Matin die Louis Chadourne gewidmete »Fiancée posthume« (Braut nach dem Tode), dann »Le départ de l’Hombre« (Abschied vom Schatten), in dem da und dort eine Erinnerung an Rom durchblickt, und »L’Oeil bleu« (Das blaue Auge), das ursprünglich nach einer handschriftlichen Bemerkung auf der Korrektur seiner Mutter gewidmet werden sollte. Später, wahrscheinlich während des Druckes, wurde diese Dedikation gestrichen, und Apollinaire widmete die poetische Erzählung, in der von fern die Resonanz der Erzählungen seiner Mutter von dem Klosterpensionat in Rom aufklingt, Louis Dumur. Zu dieser Zeit beginnt er bereits als bekannte Größe zu figurieren. Es schmeichelt ihm, wie Mollet sagt, daß seine Freunde ihn »lieben«, er fühlt sich bei der alle Kräfte anspannenden Arbeit zufrieden.
»Er hatte drei Bücher herausgegeben, zwei weitere waren in Vorbereitung, sein Name erschien in den bedeutenden Tageszeitungen, seine Meinung galt als entscheidend in Kunst und Dichtung. Man konnte ihn in Salons, Redaktionen, in Privatzirkeln antreffen – von den einen scharf angegriffen, von den andern in den Himmel gehoben. Er ist von einem naiven Stolz erfüllt, wenn er hinter seinem Rücken flüstern hört: Das ist Guillaume Apollinaire« – charakterisiert ihn Marcel Adéma. Vielleicht schmeichelt es diesem naiven Stolz, daß er einen Sekretär hat, wie er selbst einst der Sekretär Paul Forts war. Deshalb übersieht er Piérets Unzulänglichkeiten.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966