Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLII)
Die Zerwürfnisse mit Marie steigern sich beständig, und
im Juni 1912
kommt es zum dauernden Bruch. Apollinaire bemüht sich vergebens um die Regeneration des erstorbenen Gefühls. Marie weigert sich, sich auch nur mit ihm zu treffen, schickt seine Briefe ungelesen zurück. Der Dichter ist untröstlich. Maries Entschluß raubt ihm fast den Verstand, er verschließt sich vor den Freunden, die ihn kleinmütig, in Schmerz aufgelöst bis zu Tränen finden. Der Schmerz ebbt langsam ab, besonders unter dem Einfluß Delauneys und seiner Frau, die ihn im Atelier in theoretische Diskussionen über die Problematik des Simultaneismus in der Malerei verwickeln. Eine zweite Stütze in dieser Zeit ist ihm Marc Brésil, der Hélène d’Oettingen in einem Brief rät, man müsse diese Krise des Dichters von der Zeit heilen lassen und ihn mit brüderlicher, mit Freundesliebe umgeben.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









