Die Elkeerb

Die Elkeerb

Die Elkeerb, hier im Eidechsenvergleich, lebt in einem besonderen Gras, welches allgemein auf den Kehrseiten der Geschichte zu wachsen pflegt. Wie jede vom zeitgenössischen Lyrismus der Fossilierung bedrohte Art steht sie der Primärzeit recht nah, Lyrismen als solchen indessen recht fern. Dennoch würde sie beispielsweise einen Ohrwurm nicht gleich darum ›zur Schnecke machen‹, weil der nicht zugibt, eine Trichine zu sein1Sie selbst besitzt einen leisen Ansatz zu einem »dritten Ohr«und damit eine spezifische Berufung zum Abhorchen der Gründe, mit denen bzw. woraus sie sich bewegt. Gern bewegt sie sich auch innerhalb von Gründen, welche wegen genuiner, aber auch abwegiger Dunkelheit, sowie ähnlich gearteter Sichthemmungen, von ihr erörtert werden. Daß diese Gründe zuvor ›über den Haufen geworfen‹ werden, ist einleuchtend und doch immer wieder überraschend. Denn in jenen, auf besagte Art erwirkten Haufen, wimmelt es von versponnenen Ideen. Ideen, die sich die Elkeerb dann entweder ›mit Verstand‹ zu Gemüte führt, oder aber ›schnurstracks entlarvt‹. Entlarvt sie dabei zufällig einen Schmetterling, tut sie gewissermaßen eine Arbeit, die der Zeit eigentlich selbst vorbehalten ist. Weil die Elkeerb sich aber nur zögernd mit der Zeit identifizieren kann, wickelt sie die Fäden meistens wieder auf. Und zwar dergestalt ›demonstrativ›, daß das Lesewesen die seltsame Gelegenheit erhält, dem Schicksal, das zu der entsprechenden Entlarvung geführt hat, quasi ›über die Schulter zu sehen‹.

Andreas Koziol aus Bestiarium Literaricum, Druckhaus Galrev, 1991

Lebenslauf
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Im Universum von Elke Erb. Beitrag aus dem JUNIVERS-Kollektiv für die Gedenkmatinée in der Volksbühne am 25.2.2024 mit: Verica Tričković, Carmen Gómez García, Shane Anderson, Riikka Johanna Uhlig, Gonzalo Vélez, Dong Li, Namita Khare, Nicholas Grindell, Shane Anderson, Aurélie Maurin, Bela Chekurishvili, Iryna Herasimovich, Brane Čop, Douglas Pompeu. Film/Schnitt: Christian Filips

Gedenktage