Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(XCII)

April 1904.

Wie in den vorhergehenden Monaten flieht Apollinaire die unwirtliche Welt seines Heims. Er treibt sich mit seinen Freunden in Bars und literarischen Cafés umher. Sie finden dort eine von endlosen Debatten erfüllte nervliche Atmosphäre, man trinkt, unterhält sich mit den Jockeys über das Rennen. Man kann ihn im Augustin’s fox, im Critérion, sprühend von Witz und Anekdoten, antreffen.

Emanuel Aegerter und Pierre Labracherie erzählen, wie er Glas auf Glas leert, dann in den Vorstadtzug springt, der ihn nach Vésinet bringt. Dort findet er in einer Villa, die hinter Gittern, inmitten von Bäumen die Illusion eines gewissen Luxus bietet… die Gräfin de Kostrowitzki – »das unergründliche Rätsel«… Aber ein Heim findet er dort nicht.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966