Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLXVII)
Die »Contemporains pittoresques« werden
am 1. Juli 1909
durch eine Studie über Raoul Ponchon eingeleitet, den Apollinaire sehr schätzt. Darauf folgen Gedenkporträts Alfred Jarrys und Moreas’, den er im Soleil d’Or schon 1903 kennenlernte. A. Billy schreibt in seiner Vorrede zu der Pleiade, diese Porträts seien von dem Erzähler im Stile der späteren Anecdotiques (Anekdotisches) aufgezeichnet.
Trotz alledem leidet der Dichter an beständigem Geldmangel, was ein weiterer Brief Rousseaus beweist, der ihm mitteilt, daß er gestern, am 30. Juni, bei ihm gewesen sei, ihn aber nicht angetroffen habe.
Er schreibt von seiner schwierigen Situation, er besitze für diese Woche nur einige Sous für Essen und wisse nicht, was er tun solle, denn er brauche 35 Franken für einen Anzug, und auch mit den Schuhen ginge es zu Ende! Wenn er sich nicht in einer solchen Notlage befände, würde er Apollinaire nicht mit der Bitte belästigen, ihm 20–30 Franken zu leihen, die er, falls er nicht zu Hause sei, beim Hausmeister lassen könne. Aber Apollinaire hat das Geld nicht, und es ist Vollard, der Rousseau zu Hilfe kommt, indem er ihm einige Bilder abkauft. Nach Rousseaus Brief zu schließen, scheint Apollinaire seine Schuld für das Porträt bereits beglichen oder sich mit dem Freund anders geeinigt zu haben.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









