Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLXIX)
Die Vorbereitung eines weiteren eigenen Buches, Hérésiarque et Cie (Ketzer und Co.), die Verlagsarbeit für die Brüder Briffaut und der Verkehr mit den Freunden absorbieren den Dichter. Er arbeitet sein schon 1907 in der Soleil gedrucktes Prosawerk «L’Obituaire“ (Die Leichenhalle) in Verse um, die er
im Juli oder Anfang August 1909
im XXVIII. Band von Vers et Prose unterbringt. In dieser Form nahm er es dann in die Buchausgabe Alcools auf, änderte aber den Titel in »La Maison des morts« (Das Haus der Toten) um und widmete es Maurice Raynal. Die Umarbeitung der Prosaerzählung, die Haug als »phantastische Reportage« bezeichnet, in ein Gedicht wurde zu Unrecht im Intransigeant mit scharfer Ironie kritisiert:
Es ist oft gut, mein lieber Dichter, gute Verse zu machen. Aber es ist nicht gut, eine Novelle zu nehmen, die bereits in einer Tageszeitung gedruckt wurde, sie abzuschreiben, in Zeilen von mehreren Silben zu zerziehen und als Gedicht in freien Versen an eine Revue zu schicken.
Stimmt es, teurer Kollege?
Aber wir sind anständige Leute und nennen Ihren Namen nicht.
Diese ungerechtfertigte Invektive mußte sicher brennendes Gift in Apollinaires Freude über die Entstehung eines neuen Buches gießen.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









