Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CLV)

Kein Wunder, daß Apollinaire in diesem bewegten, arbeitsreichen November die Sitzungen bei Rousseau hinausschiebt, der noch immer unter dem Eindruck des Banketts lebt.

Am 4. Dezember 1908

schreibt er dem Dichter!

Herrn Guillaume Apollinaire, Literat, Dichter 9, rue Henner, Paris Montmartre.
Teurer Freund,
vergiß nicht, morgen mit Deinem bezaubernden Frauchen ungefähr um halb zwei zur Sitzung zu kommen. Vergiß auch nicht die Nelken, die Blume der Dichter… Wenn Du Picasso und die Herren siehst, bestelle ihnen von mir alles Beste und meinen Dank für das schöne Bankett…

Rousseau hat die Komposition schon in seiner gewohnten Meßmethode auf der Leinwand vorbereitet, und da ihm Marie Laurencin etwas mager vorkommt, kleidet er sie in einen weiten, gefalteten »Peplum, der die Umrisse des Körpers verhüllt«. Das Bild wird nach seiner Vollendung 1909 bei den »Unabhängigen« ausgestellt.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966