Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXXXVII)
7. Februar 1914.
Hätte Apollinaire Tschechisch gekonnt, so hätte ihm die tiefe Analyse seiner Alcools Freude gemacht und auch das Verständnis der tschechischen Schriftsteller, für die er die Magnetnadel war, die zu der neuen Kunst zeigte.
Für die Hypothese eines Schriftwechsels zwischen Karel Čapek und Apollinaire haben wir einen historischen Beleg in einem der Briefe von Ende Februar, also nach dem Erscheinen der Übersetzung Neumanns. Čapek schreibt:
Wenn Sie weitere Sachen von Apollinaire übersetzen, so bitte nicht das Gedicht »Voyageur« (Der Wanderer), denn das hat schon mein Bruder für die Revue Scena übersetzt. Das von Ihnen aus dem »Abend« übersetzte kurze Gedicht schicke ich Apollinaire, dem ich schon von Ihnen geschrieben habe.
Es wäre eine interessante Entdeckung, wenn sich in der Hinterlassenschaft Apollinaires Čapeks Brief fände als sichtlicher Beweis der Beziehung der jungen tschechischen Generation zu seiner Persönlichkeit und seinem Werk. Leider können wir nicht zuverlässig behaupten, daß Karel Čapek auch eine Antwort erhielt. In seiner literarischen Hinterlassenschaft befindet sich kein Brief von Apollinaire, und er erwähnt auch nirgends eine etwaige weitere Korrespondenz. Es ist sehr leicht möglich, daß ihm Apollinaire nicht antwortete, denn der Anfang dieser Korrespondenz fiel in eine Periode intensivster Arbeit und der Verpflichtungen als Referent für den Intransigeant, für den Apollinaire von Ende Februar an fast täglich schrieb, auch in die Zeit der Affaire Arthur Cravan.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









