Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXXXV)

Er faßt die Redaktion der Soirées als sehr ernste, verantwortungsvolle Verpflichtung auf, wie die Nummer

vom 15. Januar 1914

bezeugt, die ganz Henri Rousseau gewidmet ist. Rousseaus Grab ziert inzwischen ein von Apollinaire handgeschriebenes Epitaph, das von Brancussi in Stein gehauen wurde.

Apollinaires Ruhm wächst über die Grenzen von Frankreich hinaus. Anfang des Jahres schreibt Karel Čapek dem tschechischen Dichter Stanislav Kostka Neumann einen Brief über die zeitgenössische französische Dichtung:

Mit gleicher Post erhalten Sie ein paar Bücher moderner französischer Gedichte, die Sie interessieren werden. Wenn Sie sie gelesen haben, schicken Sie sie zurück, und wir lassen weitere folgen, die wir jetzt verliehen haben. Über diesen Apollinaire kommt demnächst eine Studie von mir im Přehled heraus…

Unter den geliehenen Büchern war höchstwahrscheinlich Alcools, aus dem Neumann den Dichter Apollinaire kennenlernte. Offenbar noch im Januar wählt er zur Übersetzung die »Cloches« (Glocken) und macht sich sofort an die Arbeit.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966