Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXXV)
Apollinaire hat inzwischen in eine neue geistige Domäne hinübergewechselt. Er redigiert die agressive »Antitradition futuriste – manifeste-synthèse«, datiert Paris,
den 29. Juni 1913
gedruckt in französischer und italienischer Sprache in Mailand, Corso Venezia, 61. Der revolutionäre Ton des Manifestes, das die Rose allen jungen Aufrührern zuspricht, wird nicht klar begriffen, und der Autor muß noch nach fünf Jahren in einem Brief an André Billy seine Ablehnung der Kritiker, Pädagogen, Museen, akademischen Auffassungen, Begriffe – neo und post –, auch die einiger berühmter Namen erklären, die ihm zum Vorwurf gemacht wurde.
Apollinaire interessierte sich damals sehr lebhaft für die künstlerischen Bewegungen, die Italien in Aufruhr versetzten. Er kennt die italienischen Futuristen, vor allem Severini, der zu sehr ausgeschnittenen Schuhen am linken Fuß eine rosa, am rechten eine grüne Socke trägt. In seinem aufrührerischen Interesse für alles Neue in der Kunst konzipiert Apollinaire dieses Dokument, das auch die englischen Dichter und bildenden Künstler beeinflußte.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









