Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXVII)

Er setzt seine Beiträge für Zeitschriften fort und korrigiert sein Büchlein Peintres cubistes, méditations esthétiques (Kubistische Maler, ästhetische Betrachtungen), dessen Druck

am 17. März 1913

in kleinem Quartformat mit Porträt und 46 Reproduktionen für den Verlag Figuière et Cie. fertiggestellt wird. F. Picabia finanziert das Buch, das einen beträchtlichen Aufruhr hervorruft. Außer der einleitenden Programmstudie, in der der Autor den Kubismus in wissenschaftlichen, physischen, orphischen und instinktiven einteilt, schreibt er in kleinen Artikeln über Picasso, Braque, Metzinger, Gleizes, Gris, Léger, Picabia, Duchamp-Villon und natürlich Marie Laurencin. Er verteidigt den Kubismus leidenschaftlich, sieht in dessen Ästhetik »eine Revolution, die die bildende Kunst neu belebt… Der Kubismus ist nicht eine Kunst der Nachahmung, sondern eine Kunst der Konzeption«. Das ist die grundlegende Devise des Buches, das Apollinaires Beziehungen zu den kubistischen Malern noch verstärkt. Durch seine Behauptung, es sei möglich, mit allem zu malen, was jemandem gutdünke, mit Marken, Ansichtskarten, Spielkarten, Wachsleinwandstücken, Tapeten, Zeitungen, was übrigens das Jahr vorher gerade Picasso und Braque getan haben, nimmt er die Collagen und Merzbilder Kurt Schwitters vorweg. Der Name dieser Technik ging aus der letzten Silbe des Wortes Kommerz auf Schwitters erstem Bilde hervor, auf dem der Künstler ein ausgeschnittenes Inserat der Kommerz- und Privatbank verwendete. Auf der Komposition war jedoch nur die Silbe »merz« zu sehen.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966