Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXV)

Sie wird

am 27. Januar 1913

eröffnet. Der Katalog ist in Form von Alben der Aussteller gehalten ohne Angabe des Entstehungsortes und -jahres der einzelnen Exponate: Robert Delauney. Album de 11 planches, catalogue et préface de Guillaume Apollinaire. (Album von 11 Kupferstichen, Katalog und Vorwort von G. A.). Delauney schreibt in seinem Buch Du cubisme à l’art abstrait (Vom Kubismus zur abstrakten Kunst), sein Bild La Tour (Der Turm) sei im Jahre 1913 auch in Berlin ausgestellt gewesen, und Apollinaire habe ein Gedicht geschrieben, das die Ansichtskartenreproduktion begleitete. Der Text von Apollinaires Vortrag wurde hektographisch vervielfältigt. Das einzige erhalten gebliebene Exemplar besaß Delauney. Er lieh es Courthion, der es in seiner Arbeit »L’art indépendant« (Die unabhängige Kunst) zitiert. Auch Delauneys »Les fenêtres« (Die Fenster) inspirierte Apollinaire zu einem Versgespräch (poème-conversation) dieses Titels, von dem R. Dalize behauptet, er habe es in Zusammenarbeit mit ihm in der Bar Crucifix geschrieben, laut Delauney aber entstand es im Atelier des Malers, denn es enthalte konkrete Angaben aus diesem Milieu. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen. Das Gedicht wurde offenbar im Café begonnen und im Atelier des Malers beendet. Der Autor fand es sehr gut. Er schrieb darüber an Madeleine Pagès:

Ich liebe »Die Fenster«, die im Katalog des Malers R. Delauney gedruckt wurden. Sie gehen von einer ganz neuen Ästhetik aus…

Die Ausstellung wird Ende Februar geschlossen und hat wahrscheinlich einen Angriff auf ihren Initiator Kandinski zur Folge, der, ebenfalls im Februar, eigene Arbeiten in Hamburg ausstellt.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966