Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCCXXI)

So kommt das Gedicht »2e cannonier conducteur« (Zweiter Geschützführer) in der Züricher Revue Mistral

am 3. März 1915

heraus und beeindruckt Romain Rolland, der sich in seinem Kriegstagebuch über dessen Struktur ziemlich ausführlich äußert.
Die Briefe des Dichters an seine Freunde mehren sich, ebenso wie die Gedichte an Lou, mit der er zum letztenmal in Marseille auf ein paar fast gestohlene Augenblicke zusammenkommt. Er bittet sie, mit ihm nach Nîmes zu kommen. Aber er kehrt wieder allein zurück. Von dem ganzen Aufflammen sind einzig siebzig Gedichte übriggeblieben, geschrieben zwischen Oktober 1914 und September 1915, denn mit der Trennung in Marseille endet für Apollinaire der briefliche Verkehr nicht.

Lous Entschluß wirft den Dichter aus dem Geleise. Als ob ihm an dem Leben, das er so liebte, nichts mehr gelegen wäre, meldet er sich sofort nach seiner Rückkehr freiwillig an die Front.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966