Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCCLXXXVIII)

»Er leidet an Kopfschmerzen, ist leicht außer Atem und hustet«, berichtet Louise Faure-Favier anläßlich eines Ausflugs nach Barbizon. Darum nötigt ihn Ruby – wie er Jacqueline nennt – besorgt, seinen Urlaub

im August 1918

in Kervoyal, einem kleinen Badeort zu verbringen, wo Apollinaire die ersehnte Ruhe findet. Aber sein Schaffensdrang gestattet ihm nicht, seinen Urlaub müßig in einem Dorfe zu verleben, »daß etwa dreißig Einwohner hat, sämtliche achtzigjährig, wo der einzige Baum der Feigenbaum ist, die einzigen Tiere die Kuh, die eßbare Muschel und die Garnele«, wie er Jean Mollet mitteilt. Er beginnt einen Schlüsselroman zu schreiben, »Les clowns d’Elvire ou les caprices de Bellone« (Elviras Clowns oder die Kaprizen Bellones), in den er eine längere Studie über die Mormonen einbaut, aber die Herausgabe erlebt er nicht mehr. Das Buch erscheint erst nach seinem Tode unter dem Titel La femme assise (Die sitzende Frau).

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966