Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCCLXXXI)
Den 1. Januar 1918,
seines letzten Lebensjahres, verbringt Apollinaire mit Rouveyre und Jacqueline. Aber bald darauf erkältet er sich und es droht die Gefahr einer Lungenblutung. Da er noch immer beim Militär ist, wird er in das Krankenhaus in der Villa Molière überführt, wo Jacqueline Kolb ihn Tag und Nacht liebevoll pflegt. Ihre Liebe verscheucht die durch das Fieber und seine Verwundung hervorgerufenen Schreckgesichte. Der früher so unruhige Apollinaire sehnt sich nach einem ruhigen Leben, das endlich von der so oft gesuchten, gefundenen und wieder verlorenen Liebe ausgefüllt sein soll. Er findet diese Liebe in der zarten, ernsten jungen Frau, die viel zu seiner Genesung beitrug. Ein freudiges, aufmunterndes Ereignis für den Kranken ist das Erscheinen der Buchausgabe der Mammelles de Tiresias (Brüste des Thiresias), die er nach seinen eigenen einleitenden Worten »für alle Franzosen geschrieben hatte wie Aristophanes seine Komödien für die Athener…« Das Buch, das im Verlag der Revue Sic herauskommt, enthält auch sieben Zeichnungen von Rouveyre und Musikeinlagen von Mme. Germaine Albert Birot. Laut Impressum wird der Druck am 1. Januar 1918 beendet.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966







