Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCCLX)

Die Beziehung des Dichters zu Madeleine kühlt sich allmählich ab. Aus Mißtrauen sich selbst gegenüber oder aus anderen Gründen? Es ist schwierig, auf diese Frage eindeutig zu antworten. In seinem Brief

vom 26. August 1916

schreibt ihr Apollinaire, er wünsche ihren Besuch nicht. Er sagt, er schreibe niemandem, weder seinem Bruder noch seiner Mutter, die er seit dem 15. April nicht gesehen habe. Er bittet Madeleine, ihm seine Anmerkungen und Aufzeichnungen aus dem Kriege zu schicken und erfreut sich des Glaubens, daß er wieder normal werde arbeiten können. Der kühle Ton des Briefes deutet auf bedeutende innerliche Veränderungen. Das junge Mädchen, das in Oran wartete, hatte an dem Brief sicher keine Freude.

In dem verbundenen Kopf des Dichters reifen indessen neue Pläne. An erster Stelle steht die Wiederaufnahme der »Soirées de Paris«, sie sollen den jungen Künstlern, die Apollinaire bewundern, eine kompromißlose Tribüne bieten.

 

Vladimír Diviš: ApollinaireChronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966