Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCXCVIII)

Der Monat endet für ihn katastrophal. Kurz vor

dem 24. Juni 1914

fordert ihn Marie Laurencin auf, in eine kleine Bar in der rue Vavin zu kommen, wo sie ihm mitteilt, daß sie am selben Tage den deutschen Maler Otto de Waetjen heirate. Am Abend begibt sich das junge Paar auf die Hochzeitsreise, die der Weltkrieg zu einem unfreiwilligen Aufenthalt in Spanien verlängert; erst nach Ende des Krieges – und nach Apollinaires Tode – kehren sie zurück. Nach diesem letzten Gespräch mit Marie ist der Dichter völlig verstört, es hinterläßt eine große Leere in seinem Gemüt. Billy, Dalize und Louise Faure-Favier versuchen den unglücklichen Guillaume zu zerstreuen. Sie unternehmen mit ihm in den letzten Junitagen über Sonnabend und Sonntag einen Ausflug nach Ermenonville, besuchen Schloß und Park, um Erinnerungen an J.J. Rousseau wachzurufen, »aber Wilhelm war und blieb mißmutig«, schreibt Louise in ihren Erinnerungen.

 

Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966