Ich überlasse der Zukunft die Geschichte Apollinaires.
(CCLXXVII)
Er kommt häufig mit Louise Faure-Favier zusammen, die um seine Sehnsucht nach Marie weiß und beiden helfen möchte. Sie veranstaltet einen gemeinsamen Ausflug, zu dem sie auch Marie einlädt, fährt mit ihrer Tochter und Marie nach Villequier in der Normandie, wo sie
Anfang August 1913
in dem bescheidenen Hotel de France Wohnung nimmt. Zwei Tage nach ihr kommen Apollinaire und Billy von Rouen. Billy allerdings verlegt den Ausflug in seinen reizvollen Erinnerungen auf Ende Juli. Danach wären die beiden Freunde zusammen mit Marie nach Rouen abgereist, von wo die Malerin allein nach Villequier gefahren, die beiden Dichter aber zu Fuß weitergewandert seien. Sie tragen Besuchskleider, Regenschirm und Überrock überm Arm und sind aufgelockert wie kleine Jungen. Fragen nach dem Zweck ihrer Wanderung bringen sie nicht in die geringste Verlegenheit. Sie sprechen über alles, was sie sehen, vor allem darauf bedacht, sich auf der Höhe der geistigen Exaltation ihrer gemeinsamen Pariser Bummeleien zu erhalten, die Billy den »Apollinairezustand« nennt. Müde von der Wanderung, beschließen sie in Jumière zu übernachten, wo sie spät abends ankommen, als das Städtchen im scharfen Mondlicht wie eine Theaterkulisse aussieht. Zeitig am Morgen brechen sie nach Villequier auf, wo sie erwartet werden.
Als sie jedoch zur Stadt kommen, finden sie keinen Fährmann, sie legen sich also ins Gras, und dort entdeckt sie die übrige Gesellschaft. Die acht Tage Urlaub, in denen sie auch das Grab von Hugos Tochter besuchen, verfließen schnell. Der Plan, die entzweiten Liebenden zu versöhnen, mißlingt.
Vladimír Diviš: Apollinaire. Chronik eines Dichterlebens. Deutsch von Aleš Krejča, Artia, 1966









